Samstag, 18. Februar 2017

Wenn der Vollzug in der Gestaltung des Alltags vom normalen Leben abweicht, so muss eben eine Angleichung des Lebens im Vollzug an die allgemeinen Lebensverhältnisse angestrebt werden.
Diese „Angleichungsgrundsatz“ genannte Maxime ist in Deutschland ein wichtiger und gesetzlich verankerter vollzuglicher Gestaltungsgrundsatz. Sein Hauptziel ist die Zurückdrängung tradierter, aber dem Resozialisierungsziel des Strafvollzugs
oft widersprechender Besonderheiten des Anstaltslebens sowie der Import von Normalität in die „totale Institution“.
Um soziales Lernen zu stimulieren, sollte der gekonnte, gewaltfreie Umgang mit Alltagsproblemen und Konflikten im Alltag der Jugendstrafanstalt erfahrbar und erlernbar sein. Gerade das ist aber eher selten der Fall, denn das Leben im Strafvollzug ist meist total reglementiert. Übernahme von Verantwortung für sich selbst und andere wird in der totalen Institution des Gefängnisses, bei gleichzeitiger Vollversorgung, von den Gefangenen nicht nur nicht verlangt; sie wird ihnen sogar weitgehend unmöglich gemacht. Wie also soll soziale Verantwortung gelernt werden, wenn sie im Vollzugsalltag kaum erlebt werden kann? Die Antwort ist theoretisch einfach, in der Praxis jedoch schwierig umzusetzen:
Auszug aus Chance oder Untergang
IIm Dschungel der Justiz 14
Christian Lukas-Altenburg 2017

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