Samstag, 18. Februar 2017

Der Wohnungsbau ist per Gesetz auf die komfortable Nutzung toter Autos ausgerichtet. Kinder haben da bitte auf Seite zu treten.
Die größte Armut, die wir sehen, ist tatsächlich die emotionale. Viele Kinder fühlen sich alleine gelassen und haben keine Bezugsperson.
Sie kommen auch deshalb zum Essen zu uns, weil sie mit Menschen am Tisch sitzen wollen, die ihnen zuhören, sagte mir eine Betreuerin eines Hortes. In vielen Familien wird gar nicht mehr gesprochen. Da sitzt dann jedes Kind in seinem Zimmer mit dem Fernseher, wenn es denn eines hat und isst sein eigenes Abendbrot.
Oder Kinder müssen - wie in vielen Fällen - in die Verantwortungsrolle eines Erwachsenen schlüpfen,weil die Eltern nicht genug Kraft haben.
Kann man ein Kind groß ziehen ohne liebe und Zuneigungen ? So dass es, wenn es erwachsen wird, zu einem Gefühlslosen Menschen wird ?
Diese Perspektivlosigkeit ist in vielen Familien extrem ausgeprägt. Dort sagen schon Jugendliche mit 14-15 Jahren oder jünger: Wir wollen nicht mehr, wir haben keine Lust mehr aufs Leben.
Sie haben schon von klein auf wenig Bildung mitbekommen, brechen die Schule ab oder werden zu früh schwanger und haben dadurch keine Ausbildung. Sie kennen nur das Milieu um sich herum, ihre trostlose Hoffnungslosigkeit in der Familie – das ist fast schon eine Art Ghetto.
Ist das nun die viel beschworene Zukunft eines Kindes ?
Wenn ja, dann haben Wir jetzt schon Verloren.

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