Freitag, 21. Oktober 2016

Der Schwachsinn trägt einen Namen "BA. Jobcenter"
Einen sehr interessanten Beitrag zu verschiedenen Hartz IV Maßnahmen und deren Sinnhaftigkeit hatte bereits 2013 „Stern TV“ aufgegriffen. Die Einzigen, die von solchen Maßnehmen im Endeffekt profitieren, scheinen die Bildungsträger, meist private Unternehmen, zu sein. Nach Angaben von Stern TV hat die Bundesagentur für Arbeit in den letzten 10 Jahren rund 39 Milliarden Euro in solche Qualifizierungsmaßnahmen gesteckt. Dabei sind eben diese Maßnahmen fraglich und der Erfolg steht in den Sternen. Aber wie eine Sprecherin der BA im Interview sagte, sei eine Vermittlungsquote nicht einmal Voraussetzung.
Bis heute hat sich an dieser Praxis nicht geändert und es scheint vollkommen egal zu sein wofür hier Milliarden verschwendet werden.
Ein beispiel zeigt wie Sinnlos diese Maßnahmen doch wirklich sind
Ein Bildungsträger in Baden-Württemberg führt im Auftrag der Jobcenter solche angeblichen Trainingsmaßnahmen durch.
Dieser unterteilt dies in so genannte Module, die sich wie folgt zusammensetzen.
Modul 1
Überblick über den Arbeitsmarkt in der Region und bundesweit sowie Ausblick auf künftige Entwicklungen.
In diesem Modul geht es unter andrem um den Öffentlichen Nahverkehr und die Kinderbetreuung weniger denn um Zukunft Chancen der Bewerber auf dem Arbeitsmarkt.
So wird der Örtliche Öffentliche Nahverkehr vorgestellt, fehlt nur noch die Gratis Buskarte und der Fahrplan.
In Sachen Kinderbetreuung geht es um mögliche Unterstützung durch die Jugendämter, wozu aber das durch einen Bildungsträger vermittelt wird bleibt im unklaren.
Modul 2.
Möglichkeiten der Arbeitssuche u.a. Online Angebote . Jobportal der BA Vorstellung der BA und ihrer Aufgaben.
Zumindest ein klein wenig Sinn, wobei wieder die Frage aufkommt, wozu dies durch einen bezahlten privaten Bildungsträger und nicht durch die BA oder das Jobcenter selbst vermittelt wird?
Danach nicht zu Vergessen das beliebte Bewerber Training, mit Rollenspiel am fiktiven Telefon, man darf sich das dann auch belustigend Vorstellen, jedoch die Sinnhaftigkeit bleibt unklar.
Modul 3.
Gezieltes Einkaufen Lernen.
Der Umgang mit Geld und wie man doch mit etwa 1,50 € ein schmackhaftes Mahl zubereiten kann..
Ich denke dass hier die Fantasie mit manchen Verantwortlichen in der BA bzw dem Jobcenter durchgegangen ist.
Modul 4.
Wege zu Behörden
der Umgang mit anderen Behörden und welche Selbsthilfe es geben könnte, auch hier entzieht sich mir die Sinnhaftigkeit, denn wer einmal den Olymp der Jobcenter durchstreifte, weis wie er mit solchen umzugehen hat und vor allem wo er gelandet ist.
Auch hier die Frage was soll da ein Privater Bildungsträger noch vermitteln können??
Dieser Spaß kostet die Ämter, und damit auch den Steuerzahler, 500-800 Euro monatlich pro Teilnehmer. Welcher Sinn steht dahinter – sollen diese Menschen, die eh schon aufgrund der Langzeitarbeitslosigkeit frustriert und ganz unten sind, grundlegende und alltägliche Dinge neu lernen?
Scheinbar erfüllt die Agentur für Arbeit mehr eine Tätigkeit als sozialpädagogische Einrichtung anstatt Menschen in Arbeit und Ausbildung zu vermitteln und verteidigt diese Qualifizierungsmaßnehmen mit der Motivation der Langzeitarbeitslosen.
Dies bestätigte auch die Autor und Medienexperte Christian Lukas-Altenburg,in seinem Neuen Buch der Wahnsinn hat einen Namen "Jobcenter", der in einer fundierten Recherche eine ganze Mafia Industrie an Privaten Bildungsträger aufdeckte die sich an diesem System eine goldene Note verdienen.
Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll es Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht.
Damit scheint das Jobcenter seine Pflichten zu erfüllen und, wie Eingangs erwähnt, weniger mit Vermittlungsangeboten zu dienen und sich vielmehr um die Psyche der Hartz IV Bezieher zu kümmern und den Menschen das Leben neu beizubringen. Das kennen viele ja schon von ihren Eltern, als es darum ging, Radfahren oder Schwimmen zu lernen.
Dieser Beitrag zeigt jedenfalls sehr deutlich, dass sich die BA ihren vermeintlich pädagogischen Bildungsauftrag sehr viel Geld kosten lässt und diesen sehr ernst nimmt, allerdings weniger seiner eigentliche Aufgabe nachkommt, Menschen in Beschäftigung zu bringen.

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