Montag, 19. Januar 2015

Zwischen Jobcenter und deren „Kunden“ herrscht oftmals eine natürlich Feindschaft. Es ist wie zwischen Katz und Maus und immer wieder müssen dortige Sicherheitsdienste eingreifen. Jobcenter beklagen die zumeist verbale Aggressivität der „Kunden“, bei denen der tägliche Kampf um ihr Überleben zum bitteren Alltag gehört. So verwundert es nicht, wenn der Beamtenbund-Chef schärfere Sicherheitsmaßnahmen für Behörden fordert. Darunter sind Sicherheitsschleusen oder Videoüberwachungen ebenso wie Alarmknöpfe unter dem Tisch. Der Grundtenor geht jedoch dahin, dass aus den Jobcentern keine Hochsicherheitstrakte werden. „Mit offenen Augen“ hat die NRW-Regionaldirektion in Zusammenarbeit mit dem Landesarbeitsministerium und weiteren Experten einen Report erstellt, in dem die Vor- und Nachteile eines neuen Sicherheitssystems gegenübergestellt werden. Bis jetzt galt: Deeskalierende Schulungen für Mitarbeiter, Alarmknopf über die Tastatur oder dem PC-Bildschirm bedienbar, Fluchttüren, Schlüsselanhänger mit Warnknopf und Sicherheitspersonal. Gerade das Sicherheitspersonal scheint in den Jobcentern eine tragende Rolle zu spielen. In Großstädten ein bekanntes Bild, in Kleineren durchaus gewöhnungsbedürftig. Damit verwundert es nicht, wenn das Jobcenter Osnabrück zum Sommer Wachpersonal sucht. Dieser wird zur Durchsetzung der Hausordnung, Durchführung von Einlasskontrollen, Abweisen von „Kunden“ mit Hausverbot, Schutz des Jobcenter-Dienstpersonals vor verbalen und tätlichen Bedrohungen und Angriffen, Kontrollgängen, deeskalierende Einflussnahme sowie auf Wunsch des Sachbearbeiters Teilnahme an Gesprächen eingesetzt. Gewiss: Die Aggressivität in den Jobcentern steigt. Auch wenn es keine offiziellen verlässlichen Zahlen über diese gibt. Subjektiv zumindest sprechen die Jobcenter darüber. Vielleicht mag es für manche Mitarbeiter in den Jobcentern wie eine Beruhigungspille wirken, wenn Uniformierte die Gänge rauf und runter marschieren. Das ändert aber nichts daran, dass eine einseitige Macht besteht. Dass diese Macht legitimiert ist und auch teilweise negativ ausgeübt wird – sei es unter Zeit- oder Personaldruck, durch unqualifiziertes Handeln oder durch „Dienst nach Vorschrift“. Doch so schön der Sicherheitsdienst eine Sicherheit vorspielt: 
Er spielt auf dem falschen Feld. Der eigentliche Fehler sitzt im System selbst. Es ist das System der Bundesregierung und deren ausführenden Organe. Sie haben weder ein Konzept für eine Jobvermittlung ohne Repressionsdruck noch eines für auskömmliche Beschäftigungen. 
Es ist die Agenda 2010, die lieber ihre Lobbyisten des prekären Arbeitsmarktes bedient, als eine lebensdienliche Beratung zu betreiben. Auf Katz-und-Maus-Spiele in den Jobcentern und deren sichtbaren Aggressionen, nimmt sie keine Rücksicht. Stattdessen wird ein doppelzüngiges Bild erschaffen, in dem auf der einen Seite ein Bild vermittelt wird, dass man keine Hochsicherheitstrakte wünscht, jedoch auf der anderen Seite durch die Erwerbslosen erhöhte Sicherheiten notwendig sind. Schuld sind grundsätzlich die anderen – in diesem Fall die Erwerbslosen. Ausbaden müssen es jedoch alle. quelle: altonablog und lukas-altenburg .de

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