Samstag, 8. November 2014

Der Fall Uli Hoeneß erhitzt weiter die Gemüter. immer noch wird über die Motive gerätselt, die den erfolgreichen Fußballmanager und Unternehmer dazu Verleiteten, mit waghalsigen Spekulationsgeschäften Haus, Hof und Freiheit zu riskieren.
Jetzt liegt die Schriftliche Urteilsbegründung des Landgericht München vor, dass mehr Licht ins Dunkel bringt: Vor wenigen Tagen hat das Oberlandesgericht München die Urteilsbegründung veröffentlicht, sozusagen die Akte Hoeneß.

Es handelt sich um ein über 50-seitiges Dossier in anonymisierter Form, das sich wie ein spannender Psycho-Krimi liest, obwohl oder gerade weil es in nüchternem Juristendeutsch verfasst ist.
Minutiös werden darin Hoeneß‘ abenteuerliche Spekulationsgeschäfte aufgereiht, die er am Finanzamt vorbei führte, seine verzweifelten Versuche, durch eine Selbstanzeige einer Strafverfolgung zu entgehen, als es dafür schon viel zu spät war und später auch seine Bereitschaft vor Gericht, schonungslos zur Aufklärung seines eigenen Falles beizutragen.

Es sind die vielen kleinen Details, die das Dokument so interessant machen und in ihrer Summe einen tiefen Einblick in die Persönlichkeitsstruktur des Uli Hoeneß gewähren. Demnach hatte Hoeneß, obwohl es in seinen Spekulationsgeschäften, die er vor allem am Devisenmarkt vornahm, oft um zweistellige, bisweilen sogar um dreistellige Millionenbeträge ging, in vielen Fällen gar keinen Durchblick, worauf er sich eigentlich einließ.

Mit Summen, mit denen sogar so mancher professionelle Anleger, der das Geld vieler Kunden investiert, nicht mithalten kann, jonglierte Hoeneß wie ein absoluter Anfänger. Das wird immer wieder deutlich, wenn Hoeneß im Gerichtssaal zu seinen Geschäften befragt wird: „Hinsichtlich des genauen Ablaufs von strategischen und nicht-strategischen Devisentermingeschäften konnte der Angeklagte nur rudimentäre Angaben machen“, heißt es zum Beispiel an einer Stelle.

Noch Interessanter aber dürfte sein, das Hoeneß hier wohl die Rückendeckung einiger Amigo Freunde aus der Bayrischen Staatsregierung hatte, die nach dem Auffliegen schnell Abgetaucht sind. Die Causa Hoeneß bietet Stoff für einen Bestseller Krimi, den man nicht besser Schreiben bzw. Erfinden könnte.

Es ist keine gängige Praxis in Deutschland, dass Urteile veröffentlicht werden. Das Gericht musste zwischen den Persönlichkeitsrechten von Hoeneß und dem öffentlichen Anspruch auf Veröffentlichung des schriftlichen Urteils abwägen. Im Fall des einstigen Fußball-Patriarchen entschieden sich die Juristen für ein Signal der Transparenz, wenn auch mit Einschränkungen. Wer nicht eingelesen ist, verliert schnell den Überblick, denn die Rede ist etwa von einem Zeugen T., einem Magazin F., einem Journalisten Z. oder einem Oberamtsrat U. und einem Finanzamt M.; auch Zahlen sind teilweise nicht exakt einzusehen. Grund seien der Persönlichkeitsschutz und das Steuergeheimnis, hieß es beim Oberlandesgericht München.
Foto: Der Fall Uli Hoeneß erhitzt weiter die Gemüter. immer noch wird über die Motive gerätselt, die den erfolgreichen Fußballmanager und Unternehmer dazu Verleiteten, mit waghalsigen Spekulationsgeschäften Haus, Hof und Freiheit zu riskieren. 
Jetzt liegt die Schriftliche Urteilsbegründung des Landgericht München vor, dass mehr Licht ins Dunkel bringt: Vor wenigen Tagen hat das Oberlandesgericht München die Urteilsbegründung veröffentlicht, sozusagen die Akte Hoeneß.

Es handelt sich um ein über 50-seitiges Dossier in anonymisierter Form, das sich wie ein spannender Psycho-Krimi liest, obwohl oder gerade weil es in nüchternem Juristendeutsch verfasst ist. 
Minutiös werden darin Hoeneß‘ abenteuerliche Spekulationsgeschäfte aufgereiht, die er am Finanzamt vorbei führte, seine verzweifelten Versuche, durch eine Selbstanzeige einer Strafverfolgung zu entgehen, als es dafür schon viel zu spät war und später auch seine Bereitschaft vor Gericht, schonungslos zur Aufklärung seines eigenen Falles beizutragen.

Es sind die vielen kleinen Details, die das Dokument so interessant machen und in ihrer Summe einen tiefen Einblick in die Persönlichkeitsstruktur des Uli Hoeneß gewähren. Demnach hatte Hoeneß, obwohl es in seinen Spekulationsgeschäften, die er vor allem am Devisenmarkt vornahm, oft um zweistellige, bisweilen sogar um dreistellige Millionenbeträge ging, in vielen Fällen gar keinen Durchblick, worauf er sich eigentlich einließ.

Mit Summen, mit denen sogar so mancher professionelle Anleger, der das Geld vieler Kunden investiert, nicht mithalten kann, jonglierte Hoeneß wie ein absoluter Anfänger. Das wird immer wieder deutlich, wenn Hoeneß im Gerichtssaal zu seinen Geschäften befragt wird: „Hinsichtlich des genauen Ablaufs von strategischen und nicht-strategischen Devisentermingeschäften konnte der Angeklagte nur rudimentäre Angaben machen“, heißt es zum Beispiel an einer Stelle.

Noch Interessanter aber dürfte sein, das Hoeneß hier wohl die Rückendeckung einiger Amigo Freunde aus der Bayrischen Staatsregierung hatte, die nach dem Auffliegen schnell Abgetaucht sind. Die Causa Hoeneß bietet Stoff für einen Bestseller Krimi, den man nicht besser Schreiben bzw. Erfinden könnte.

Es ist keine gängige Praxis in Deutschland, dass Urteile veröffentlicht werden. Das Gericht musste zwischen den Persönlichkeitsrechten von Hoeneß und dem öffentlichen Anspruch auf Veröffentlichung des schriftlichen Urteils abwägen. Im Fall des einstigen Fußball-Patriarchen entschieden sich die Juristen für ein Signal der Transparenz, wenn auch mit Einschränkungen. Wer nicht eingelesen ist, verliert schnell den Überblick, denn die Rede ist etwa von einem Zeugen T., einem Magazin F., einem Journalisten Z. oder einem Oberamtsrat U. und einem Finanzamt M.; auch Zahlen sind teilweise nicht exakt einzusehen. Grund seien der Persönlichkeitsschutz und das Steuergeheimnis, hieß es beim Oberlandesgericht München.

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