Dienstag, 15. April 2014

Gedanken zum Medienspektakel um Uli Hoeneß
Kein Mensch interessiert sich in Deutschland für den Strafvollzug. Außer wenn der künftige Insasse Uli Hoeneß heißt, entdecken die Medien ganz plötzlich ihre Verpflichtung zu kritischer Berichterstattung über diesen Strafvollzug.

Das öffentliche Interesse an Gefängnissen in Deutschland hat in den vergangenen Wochen gewaltig zugenommen.
Dies wäre nicht zu erwarten gewesen.
Denn eigentlich ist es den Medien und dem Medienkonsumenten egal, ob oder unter welchen Bedingungen es gelingen könnte, Menschen, die einem anderen den Schädel eingeschlagen, vergewaltigt, beraubt, bestohlen und betrogen haben, nach einigen Jahren hinter den Mauern eines Gefängnisses als geläuterte Mitbürger der Gesellschaft zurückzugeben.

Warum auch? Das Interesse der Öffentlichkeit beschränkt sich auf die Tat und Opfer, der Verurteilte aber hat keine Aufmerksamkeit verdient und der Häftling keine Wahrnehmung zu erwarten.

Bedeutet der Gefangene hingegen Ulrich Hoeneß, ist von Beruf weltbekannter Fußballmanager und rechtskräftig verurteilter Steuerhinterzieher, dann entdeckt die kritische Öffentlichkeit plötzlich das 
Interesse an Theorie und Praxis des Strafvollzugs.
Gelingt es den Justizvollzugsanstalten sonst nicht je, einen Journalisten oder einen anderen Medienvertreter in die Anstalten zu locken, um sich über den traurigen Lebensalltag der Strafverbüßung zu informierten, stürmten in dieser Woche über 150 Reporter und solche die es glauben zu sein, aus Deutschland und Europa die Justizvollzugsanstalt Landsberg, weil Hoeneß dort bekanntlich einrücken und die Angebote der Wiedereingliederung erfahren soll.

Welches WC wird er benutzen, wie viel Schritte beim täglichen Hofgang gehen, welche Mahlzeit er sich einverleiben darf?
Das sind die vielen vielen Fragen, die eine sich kritisch nennende Öffentlichkeit beschäftigen, die aber jedes Gefühl für wirkliche Relevanz verloren hat und sich für die Dinge nur interessiert, wenn ein bedeutender Name daran hängt und verführerisch blinkt ,wie ein gefälschter Glitzer Stein am Halse des Verbrechers, der die Komplizenschaft beeindruckt, aber keinen Cent wert ist.

Wie Helikopter-Eltern schweben Medien-Presse als Schutz-Engel über dem verurteilten Steuerhinterziehungs-Künstler Hoeneß. Besorgt wie seine Mutti um seine Unterkunft und Versorgung in der Landsberger Festungshaft.
Damit es ihm dort so gut geht wie im Luxus-Hotel Mama
für kindisch gebliebene Früh-Senioren.
Hätte das Gericht ihn wegen schuldunfähiger gemeingefährlicher gespaltener Persönlichkeit, wie den Steuerhinterzilehungs-Fremd Anzeiger Gustl Mollath - in die geschlossene Psychiatrie-Anstalt gewiesen, würden sich Medien-Presse endlich mal um die verheerenden Zustände dort bekümmern und vielleicht auch sorgen.

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