Mittwoch, 22. Januar 2014

„Vergewaltigungen auch in Österreich keine Ausnahme“

Dass Häftlinge in Österreichs Gefängnissen vergewaltigt werden, sei keine Ausnahme, sondern üblich. Das sagt der pensionierte Justizwache-Beamte Herbert Auer, der zwölf Jahre lang in derSalzburger Justizanstalt gearbeitet hat.

EX-Jusitzministerin Beatrix Karl (ÖVP) hatte die Vergewaltigung eines 14-Jährigen in einem Wiener Gefängnis als Einzelfall bezeichnet. In den meisten Haftzellen mit mehreren Betten gebe es so genannte Kapos, sagt der frühere Gefängniswärter Herbert Auer. Diese sehr mächtigen Häftlinge machen sich Schwächere zu Untertanen. Das sei in österreichischen Gefängnissen nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Vergewaltigungen von schwächeren Männern hätten immer mit Macht zu tun, sagt Auer.

„Nach Dienstschluss andere Hierarchie in der Zelle“
"Wenn so ein Kapo eine derartige Maßnahme will, dann wird der in der unteren Ebene verpflichtet sein, diesen Wunsch zu erfüllen. Wenn die Beamten nach Dienstschluss heim gehen, dann herrscht im Haftraum schlagartig eine andere Hierarchie. Es geht da nicht nur um Vergewaltigung, sondern auch um Dinge wie Schuhe putzen, Teller waschen und andere Kleinigkeiten. Warum Richter und Staatsanwaltschaft da nicht einschreiten, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Gravierende Fälle wie Körperverletzung werden von den Wachebeamten natürlich schriftlich zur Meldung gebracht. Dann werden derartige Fälle meist über die Sozialhilfeabteilung - konkret über Psychologen und Psychiater - behandelt.

„Opfer tun meist so, als sei nichts gewesen“
Der frühere Justizwache-Beamte Auer hat in zwölf Jahren mehrfach mitbekommen, dass Häftlinge vergewaltigt wurden. Bevor allerdings eingeschritten werden konnte, hätten auch die Opfer immer so getan, als sei nichts gewesen. Diese Leute würden die absolute Macht in den Mehrbett-Zellen fürchten, berichtet Auer. Neben Macht gehe es im Gefängnis oft auch um Geld. Wer Geld hat, der befiehlt - auch im Gefängnis, weiß Auer. „Auch das ist eine Hierarchie. Je mehr Geld jemand im Gefängnis hat, umso mehr hat er zu sagen. Und je weniger Geld jemand hat, umso mehr muss er sich gefallen lassen. Um diese Situation in den Griff zu bekommen, müsste man die Beamten mehr auf diese Situation schulen bzw. mehr Beamte dafür einstellen.“

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