Freitag, 25. Oktober 2013

Eine Gescheiterte Existenz. Jugend braucht

Jugendliche nach ihrer Gefühlslage befragt, schildern die gleichen Sorgen, Probleme und Ängste. Da wird berichtet über “Dauerstress mit den doofen Eltern, Liebeskummer, die ersten sexuellen Erfahrungen, Schul- bzw. Ausbildungsprobleme, teure Klamotten, höhere Taschengeldforderungen, Rauchen, Musik, hohe Telefonrechnungen…”
“Meine Alten quatschen mir ständig in alles rein” meint Lena, 14 Jahre alt und die anderen Mitglieder ihrer Clique im Jugendzentrum nicken heftig dazu. “Ich find’s total nervig, dass ich nichts allein entscheiden darf.”
In der Pubertät entwickelt sichein neuartiges Bewusstsein für die eigene unverwechselbare Identität.
Gleichzeitig werdenTeenager immer sensibler in der Wahrnehmung der eigenen seelischen und auch körperlichen Verletzlichkeit. Die Jugendlichen leiden in dieser Zeitspanne der Selbstfindung unter einem starken Unsicherheitsgefühl, was sich in extremen Gefühlsausbrüchen widerspiegelt. Mal gibt es Zeiten totalen Hochgefühls, dann wiederum tiefe emotionale Abgründe. Es gibt Phasen, in denen sie apathisch herumhängen, sich zurückziehen und sich tödlich langweilen. Diese Phasen können nahtlos abgelöst werden durch Phasen voller Energie und Lebensfreude.
Um die eigene Unsicherheit zu kompensieren, geben sich Teenager gerne großspurig. Man will die Welt davon überzeugen, dass man selbstbewusster und stärker ist, als man sich eigentlich fühlt.
Teenager lieben das Risiko. Sie müssen experimentieren, Grenzen ausloten – ihre eigenen Grenzen und die anderer Menschen. Damit sind Konflikte vorprogrammiert. Das gehört zu dem langwierigen Lernprozess, zu dem Versuch, das eigene Leben in den Griff zu bekommen und für sich selbst Entscheidungen zu treffen
Pubertät … der ganz normale Wahnsinn!
Mit 12 die erste Zigarette, nur noch blöde Sprüche und die Eltern sind sowieso zum Kotzen! Alles scheint außer Rand und Band zu geraten. Wenn die eben noch lieben Kleinen zu “Monstern” werden und die Revolution im Kinderzimmer ausrufen, ist sie da, die von so vielen Eltern beklagte schwierige Lebensphase der Pubertät – die Zeitspanne, in der das Kind kein Kind mehr aber auch noch kein Erwachsener ist. Gerade wenn Sie denken, es wäre angenehmer einen Kaktus zu umarmen und sich am liebsten genervt und gestresst zurückziehen möchten, ist Ihr Engagement und elterlicher Rückhalt wichtiger denn je.
Selbstbewusste und gefestigte Jugendliche.
Ihr Kind entwickelt eigene Lebensbereiche, die Ihnen verschlossen bleiben, in denen Sie ihm wenig oder gar keinen Schutz geben können.
Erwachsene pochen auf das Recht einer Privatsphäre. Auch Teenager haben einen Anspruch darauf.
Ohne Wahrung der Privatsphäre kann sich keine selbstständige Persönlichkeit entfalten. Jugendliche brauchen ihr Territorium. Das eigene Zimmer ist Tabuzone für die Eltern. Sie müssen sich damit abfinden, nicht mehr über jedes Detail aus dem Leben ihres Kindes Bescheid zu wissen.
Auch die Entwicklung der beginnenden Sexualität kann sich nur in ungestörter Privatsphäre gesund vollziehen.
Wichtig ist bei aller Gelassenheit dass nicht das Gefühl entsteht, Sie wären Ihrem Kind gegenüber gleichgültig geworden. Auch wenn es dadurch immer wieder zu Reibungen kommt, brauchen die angehenden Teenager nach wie vor klare Ansagen der Eltern, die Orientierung liefern und Sicherheit vermitteln.
Einer 14-jährigen nicht klar zu sagen, wann sie wieder zuhause sein muss, wird nicht unbedingt als Großzügigkeit der Eltern verstanden, sondern womöglich als Gleichgültigkeit ausgelegt. “Denen ist ja völlig egal, wann ich nach Hause komme, ich bin denen sowieso gleichgültig!”
Es ist immer wichtig, Sachverhalte zu benennen: “Du sollst um 22.00 Uhr zu Hause sein. Ich will nicht, dass du nach hause trampst!” Also klare Vorgaben, die auch eingehalten werden müssen. Appell-Sätze provozieren dagegen Widerstand und ungewünschtes Fehlverhalten: “Komme ja nicht zu spät wie beim letzten Mal!” oder: “Ich bestimme, wann du zu Hause bist!”
Auch wenn aus Sicht der Teenager die Eltern am besten “unsichtbar” wären, bleiben sie ein elementarer Bezugs- und Orientierungspunkt, der doch jederzeit greifbar sein muss.
Das zeigt, wie bedeutsam trotz aller Bockigkeit und Distanz der Rückhalt der Eltern auch in Form klarer Richtlinien und Absprachen für die Jugendlichen ist, Zuviel Liberalität kann auch überfordern.
Jede Generation ist mit der Erziehung von Kindern und Teenagern immer aufs Neue herausgefordert. Heute sind wir allerdings mit Veränderungen konfrontiert, die für Eltern bisher unbekannte Herausforderungen schaffen.
Beispielsweise sind uns die Kinder und Jugendlichen im Umgang mit dem Computer oft meilenweit voraus. Hinzu kommen gesellschaftliche Veränderungen, die einen grossen Einfluss auf die Jugend haben. So etwa nimmt das Freizeitverhalten für jung und alt einen immer höheren Stellenwert ein.
Rebellierendes und ablehnendes Verhalten ist häufig bei Teenagern – was auch völlig normal ist, denn sie machen einen Ablösungsprozess durch. Für Eltern heisst das, dass man sich nicht alles bieten lassen muss. Trotzdem: ein allzu strenger Erziehungsstil mit sehr vielen Regeln, wenig Flexibilität und wenig Mitspracherecht ist problematisch. Ebenso der Stil des Laisser-Faire. Beide Extreme haben einen erwiesenermassen schlechten Einfluss auf die Entwicklung der Teenager und auch auf die Eltern-Teenager-Beziehung.
Es geht darum, einen Weg zu finden, um gezielt mit den veränderten Ansprüchen und Verhaltensweisen der Jugendlichen umzugehen. Einen gesunden Mittelweg, bei dem der Teenager ernst genommen wird in seinem reifer werdenden Denken und Handeln. Zugleich darf und soll man den wachsenden Freiheitsforderungen der Teenanger auch mehr konkrete Anforderungen und zu erfüllende Aufgaben gegenüberstellen.
Teenanger wollen grundsätzlich gefordert werden. Zentral dabei sind richtige Aufgaben, die im realen Leben einen Effekt haben – also wirklich Babysitten, wirklich die Verantwortung für ein Haustier tragen, wirklich ein Fahrrad reparieren. Unsere Teenager sind heute mit sehr vielen Denkaufgaben konfrontiert, gestellten Aufgaben aus der Schule, die zu wenig Praxisbezug zum realen Leben aufweisen.
Teenager möchten zeigen was in ihnen steckt,. Das Problem liegt darin, das sie genau dazu nur wenig Möglichkeiten haben. Viele wären motivierter zu lernen und sich zu engagieren, wenn sie in echt gefordert würden. Dann würden sie auch in der Freizeit ihre Kräfte weniger aggressiv messen müssen.
Ich will Ihnen keine Erziehungsratschläge geben, denn davon gibt es bereits mehr als genug. Nein ich möchte Sie anhalten sich ihre eigenen Gedanken zu machen um zu Erkennen, ihr Kind braucht Sie, ob nun als Eltern, Freund oder einfach nur als Wegbegleiter.

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