Freitag, 26. April 2013


Eine gescheiterte Existenz V. Abgründe


Die Persönlichkeitsanteile, die nicht von der Außenwelt erwünscht sind, verdrängt das Kind. Sie werden in den sogenannten Schatten geschoben. Dort landet alles, was für das Kind als äußerst schmerzlich empfunden wird.
Ein Ursprungstrauma wird manifestiert und erhält zusätzlich das Siegel des Vergessens. So ist dann das Leben für das Kind wieder einigermaßen auszuhalten.
Doch das bleibt kein endgültiger Zustand. Nach ihrer Verdrängung ins Unbewusste entfalten die ungeliebten und damit abgespaltenen Eigenschaften der Persönlichkeit irgendwann wieder eine erhebliche Dynamik und Wirksamkeit. Das Leben präsentiert dann auf den vielfältigsten Ebenen diese unterdrückten Persönlichkeitsanteile. Durch aktuelle Ereignisse werden die Ursprungstraumata wieder reaktiviert. Sie werden bei sich selbst und vor allen Dingen bei anderen Menschen wahrgenommen und z.B. als schlecht, schädlich oder bedrohlich bewertet. Das ist der unbewusste Vorgang der Projektion.
Gerade in dem was ich über C. berichtet hatte, können wir all dies erkennen und uns dann die Frage stellen, was muss ein Kind / Junge alles ertragen, um ehrliche Anerkennung zu erhalten, wirkliche Liebe und Aufmerksamkeit zu bekommen?
Der unbewusste Mensch denkt im wahrsten Sinne nicht im Traum daran – vielleicht im Albtraum – dass alles, was ihm begegnet oder geschieht, irgendetwas auch mit ihm selbst zu tun hat. Die Psyche des Menschen ist so angelegt, dass abgespaltene, ungeliebte eigene Persönlichkeitsanteile durch Projektionen auf andere Menschen übertragen werden.
Die Verletzungen, die das Kind in seiner Entwicklung erfahren hat, sind traumatische Erlebnisse und daher nur unzureichend mit dem Wort “negativ” beschrieben.
Also, wenn gerade die anderen Menschen als Spiegel der eigenen traumatischen Energien wahrgenommen werden, sollten alle Lampen angehen. Wenn die Projektion zurückgenommen werden kann und erkannt wird, wo die „negative“, also traumatische, Energie ihren Ursprung hat, dann ist ein großer Schritt getan. Das erfordert Mut und Bewusstheit. Das ist nicht immer leicht. Wer schaut schon gerne in die Fratzen seine seelischen Abgründe?
Von Laotse gibt es eine passende Schrift:
Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart
Wahrheit ohne Liebe macht kritiksüchtig
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll
Klugheit ohne Liebe macht gerissen
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch
Macht ohne Liebe macht gewalttätig
Ehre ohne Liebe macht hochmütig
Besitz ohne Liebe macht geizig
Glaube ohne Liebe macht fanatisch
Infos zur Buchreihe, auch auf den Facebook Seiten.

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