Samstag, 20. April 2013


Eine gescheiterte Existenz V. das Verzeihen...

Mich beschäftigt die Frage, ob, bzw. unter welchen Bedingungen es möglich ist, seinen Eltern für Verletzungen, die man durch sie in der Kindheit erlitten hat, (Gewalt, Missbrauch, aber auch permanente verbale Verletzungen, die dem Kind das Gefühl geben, nichts wert zu sein, nicht geliebt zu werden, usw.) und deren Folgen jetzt, im Erwachsenenalter, das Leben, die eigenen Gefühle usw., bis hin zur psychischen Störung oder Krankheit, beeinträchtigen, zu verzeihen.
Ist so ein Verzeihen leichter, wenn das Erwachsene Kind die Ursachen versteht, warum sich die Eltern so verhielten (z.B. Alkohol- oder Drogenabhängigkeit, eigene psychische Störung, eventuell auch durch eine eigene "schwere" Kindheit hervorgerufen, usw.) und ist es nötig, wenn man verzeihen möchte, mit den Eltern darüber zu reden?
Ist es leichter, wenn die Eltern selbst erkennen, was sie falsch gemacht haben, und es ihnen leid tut? Und sie sich jetzt anders verhalten? Und vielleicht von sich aus mit ihrem Erwachsenen Kind darüber reden möchten? Oder gibt es auch hier Fälle, wo ein Verzeihen NICHT möglich ist?
Was ist, wenn die Eltern keinerlei Einsicht zeigen, und verleugnen, überhaupt etwas falsch gemacht zu haben ? (z.B. "ein Klaps auf den Po hat noch niemandem geschadet." bei permanenter körperlicher Misshandlung, oder "Ich habe alles nur für dich getan." "Ich habe immer nur dein Bestes gewollt.""Was willst du eigentlich, du hast doch alles gehabt!" usw.) ?
Vor Allem interessiert mich, ob es jemanden gibt, der seinen Eltern bereits verzeihen konnte, wie er das gemacht hat, und ob seine psychischen Probleme dadurch besser geworden, bzw. verschwunden sind? Und ob so ein Verzeihen überhaupt die Voraussetzung ist, um sich selbst zu Verzeihen, oder ob man es auch so schaffen kann?
Diese Fragen wird sich schon bald auch C. stellen und nach Antworten suchen. Ob er dieses auch findet, liegt auch daran, wie er selbst mit dem Erlebten aus seiner Kinder und Frühen Jugendzeit umgehen kann, ob er es schafft sich damit auch Selbstoffen auseinanderzusetzen.                     C. Erlebte eine Zeit der ständigen Demütigungen, durch seine Eltern, durch Vater aber auch Mutter und auch durch die vielen Bekanntschaften, die in ihm nur ein Objekt ihrer Begierde sahen und es nach Gebrauch einfach wegwarfen.
Diese Erlebnisse gebündelt, mit dem Glauben selbst nichts Wert zu sein sind für Ihn das Drama seiner Suche nach Aufmerksamkeit, Anerkennung und Liebe. Diese Suche die ihn geradewegs in die Arme derer trieb, die in Ihm lediglich das begehrte Frischfleisch sahen oder das benutzbare Spielzeug, welches, wenn das Interesse versiegt in der Ecke des Vergessen landet.
Verzeihen Sie mir bitte diese Superlativen, aber man kann dieses Drama, das dieses Kind, dieser Junge Mensch erfahren hat und noch immer erfährt, nicht anders beschreiben.

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