Montag, 4. März 2013


Überraschende Erkenntnisse?, oder doch nur eine Sichtweise?



Die Schwierigkeit den Gefangenen als ‚normalen Menschen’ zu sehen
Das Problem, im Gefangenen einen ‚normalen Menschen’ zu sehen, stellt sich insbesondere
seit dem 1977 in Kraft getretenen neuen Strafvollzugsgesetz, durch das der Gefangene überhaupt erst rechtlich als Mensch mit Grundrechten angesehen wird. Sinn des neuen Strafvollzugsgesetzes war es nämlich, den „Strafvollzug in Einklang mit den Grundrechten“ zu bringen. Diese Gesetzesänderung begründete die damalige Bundesregierung damit, dass „Einschränkungen, die über den bloßen Freiheitsentzug hinausgingen, (…) sich aus dem Gedanken der Verteidigung der Rechtsordnung nicht rechtfertigen“ ließen”
Die Bundesregierung betonte weiter, dass der Freiheitsentzug als solcher bereits der „schuldangemessene Ausgleich  für begangenes Unrecht“ist und somit keine besonders belastende Ausgestaltung des Strafvollzuges mehr rechtmäßig sei.
Der Grundsatz im neuen Strafvollzugsgesetz lautete deshalb: „Das Leben im Vollzug soll den allgemeinen Lebensverhältnissen soweit als möglich angeglichen werden.“
Dies war ein großer Fortschritt für die Bedingungen der Häftlinge im Strafvollzug, jedoch ergaben sich daraus auch viele Probleme, da es beispielsweise den Beamten .im Strafvollzug, aber auch Richtern und Anstaltsleitern schwer fiel, ihre komplette Einstellung und ihr Verhalten innerhalb weniger Jahre zu ändern. Folge hiervon war es, dass sich die Gefangenen insbesondere in den Anfangsjahren des neuen Gesetzes viele, eigentlich selbstverständliche Lebensbedingungen gerichtlich erzwingen mussten.
Als Fazit also, muss man sich die Frage stellen, welchen wirklichen Nutzen bringt eine Jugendstrafe, wenn nicht einmal die Item der Ursachen wirklich erkannt worden sind und sich auch Niemand berufen fühlt, diese gründlich von allen Seiten zu betrachten.
Eine funktionierende Prävention hängt davon ab, ob und mit welchen Mitteln Staat und Gesellschaft bereit sind, der sich immer größer werdenden Problematik von Jugendarbeitslosigkeit sozialer Benachteiligung und dem abgleiten in Delinquenz zu begegnen.
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