Samstag, 16. März 2013


Eine gescheiterte Existenz V Angst und Panik.



Cover zeigt Band IV dieser Buchreihe
Es war ein Herbst Wochenende, C. und ich fuhren in seinen Heimatort auf der Schwäbischen Alb und besuchten dort seine Mutter, ihren Lebenspartner und seine jüngere Schwester.
Es war ein herrlich schöner Morgen, seine Mutter wollte mir nach dem wir bei einem Optiker im Ort waren, noch das Haus zeigen, das ihr Lebenspartner und Sie selbst gerade Renovierten und Umbauten, um dann dort ihr gemeinsames Leben zu führen.
“Wir bogen in die Straße ein und plötzlich brach es aus C. heraus, er bekam Panik, weil wir genau in die Straße einbogen, in der sein Vater lebt, das Haus war nur wenige Schritte neben dem des Vaters und C. bekam einen Panikanfall, seinen Vater begegnen zu können.
Er sprach davon das er auf gar keinen Fall aus dem Wagen aussteigen wolle und duckte sich in die Rücksitze des Wagens. Ich war zunächst sehr Erschrocken über diese Reaktionen des Jungen und begann auf ihn beruhigend einzuwirken. Ich sagte ihm mach dir keine Sorgen, ich bin ja da und ich beschütze dich, seine Mutter jedoch tat den Vorfall mehr oder weniger als Kindlich ab und Verstand nicht, was in diesem Augenblick für Ängste in diesem Jungen aufgekommen sind. Angst davor seinem Tyrannischen Vater begegnen zu können, angst ihm Ausgeliefert zu sein”
Schon Erwachsenen fällt es oft schwer, Ängste als solche zu erkennen. Viele lassen sich wegen Herzrasen, Schweißausbrüchen oder Muskelverspannungen behandeln, obwohl die eigentliche Ursache „Angst“ lautet. Ängste von Kindern zu identifizieren, ist keineswegs leichter. So können folgende Verhaltensweisen mehr oder weniger stark Angst ausdrücken: Ausweichen und Vermeiden von Situationen, Ablehnung, tyrannisches und forderndes Verhalten, Zwangshandlungen und Zwangsgedanken, Ein- und Durchschlafstörungen, Anklammern und Protest bei Trennungen, körperliche Beschwerden (wie Bauchschmerzen, Herzstiche, Atemnot), Bettnässen und Stottern.
Viele dieser Anzeichen und Symptome, hatte ich ich schon zuvor an C. bemerkt und mit Sorge beobachtet. Bauchschmerzen, plötzliche Übelkeit, Vermeiden von Situationen, Ablehnung, manchmal auch ein tyrannisches und forderndes Verhalten, wie auch das Klammern traten bei ihm des öfteren auf.
Nach diesem Panikanfall, besichtigten wir noch das Haus und C. wurde deutlich dass er hier nie einen Platz haben wird. Trotzdem versuchte er sich nichts anmerken zu lassen und tat als würde es Ihm nichts ausmachen. Die Mutter zeigte uns die Räumlichkeiten und beschrieb uns was wo sein wird. Ein Platz für C. war da nicht vorgesehen.
Eltern sind immer ein Modell für ihre Kinder, an dem diese nicht nur Verhalten, sondern auch den Umgang mit Gefühlen erlernen. Bereits Säuglinge spüren zwar schon Gefühle. Wie sie mit Emotionen umgehen können bzw. wie diese einzuordnen sind, finden sie jedoch erst heraus, indem sie bei ihren Bezugspersonen überprüfen, wie diese auf die Situation reagieren. Gefühle werden so „geeicht“. Wenn sich Kinder unsicher fühlen und bei ihrer wichtigsten Bezugsperson rückversichern, werden sie bevorzugt deren vorherrschende Gefühle und die damit zusammenhängenden Verhaltensweisen übernehmen. Ängstlich vermeidende Mütter haben daher vermehrt auch ängstlich vermeidende Kinder. Deshalb nutzt es wenig, Kindern „Ängste“ nehmen zu wollen, wenn deren wichtigste Bezugspersonen diese weiter modellhaft vorleben. Es ist fast eine Binsenweisheit, dass Kinder die Gefühlslage ihrer Eltern widerspiegeln.
Hier wurde auch mir sehr deutlich, C. war in dieser Familie nicht Willkommen, ob nun seine Mutter mit ihrem Lebenspartner, oder sein Vater mit seiner Partnerin, er war weder bei den einen noch den anderen wirklich Willkommen und wurde als ein lästiges Problem betrachtet, weshalb für diese klar war, er soll möglichst weit weg gehen, damit diese nicht an ihr eigenes Versagen erinnert werden könnten.
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