Samstag, 23. März 2013


Eine Gescheiterte Existenz II Wahrheit-Concretus


Wussten Sie schon dass die Nähe eines Menschen gesund machen, Krank machen, Todt und Lebendig machen kann, dass die nähe eines Menschen gut und böse machen, traurig und froh machen kann? Wussten Sie schon dass das wegbeleiben eines Menschen sterben lassen kann, dass das kommen eines Menschen wieder leben lässt, dass die Stimme eines Menschen einen anderen Menschen wieder aufhorchen lässt, der einst für alles Taub war? Wussten Sie schon dass das anhören eines Menschen wunder wirken kann, dass das wohlwollen Zinsen trägt, dass ein Vorschuss an Vertrauen hundertfach zurückkommen kann, dass tun mehr ist als reden, wussten Sie dies alles schon ?? Ich möchte diese Worte eines Englischen Philosophen auf Sie einwirken lassen und hoffe dabei dass Sie diese auch wirklich Verstehen können. Denn oft ist es doch so das wir gerne Wohltragende Worte aussagen, aber deren Bedeutung dann doch nicht Verstanden haben.
Ich gehe einen Schritt weiter und Frage Sie ganz provokant, wussten Sie schon dass ein Kinderlachen herzen mit Freude und Liebe füllen kann, wussten Sie schon dass Tränen eines Kindes auch aus Freude fließen können? Wir Sehen so vieles und sehen es dann doch nicht, weil wir zu oft die Augen verschließen und Glauben so vieles zu erkennen, aber das wesentliche bleibt uns dann doch verborgen. Wir hören so vieles und hören es dann doch nicht, weil wir oft auch unsere Ohren verschließen, weil wir oft nicht dass hören wollen, was uns von unseren Kindern gesagt wird.
Es gibt da einen schönen Satz den mir einmal ein kleines Mädchen vortrug, der wie folgt lautet.
Ich glaube an die Sonne , auch wenn diese gerade nicht scheinen sollte, Ich glaube an Gott auch wenn ich ihn nicht sehen kann, ich glaube auch an Gerechtigkeit, auch wenn diese scheinbar nicht da ist.
Diese Worte kamen von Anja einem 14 Jährigen Mädchen, dass wenige Wochen zu vor ihre Mutter bei einem Verkehrsunfall verloren hatte und trafen mich doch sehr unvorbereitet.
Ich wage einmal diese Worte fortzusetzen und sage, Ich glaube an den Menschen der mir gegenübersteht und die Hand reicht oder um Unterstützung und Hilfe bittet. Wir sollten wohl öfter wieder unsere Augen und Ohren unseren Verstand öffnen um zu erkennen was sich Tag täglich in den Gedanken unserer Kinder abspielt, um zu erkennen welche Nöte , welche Ängste diese mit sich tragen und suchend nach Anerkennung, Aufmerksamkeit und Liebe sind.
Ich nenne dies den Floh Effekt , hier die Selbstlosigkeit eines damals 16 Jährigen Homosexuellen Jungen, der sich nicht damit abfand, ständig die Diskriminierungen, wegen seiner sexuellen Neigung zu ertragen und kurz um, eine Schwul Lesbische Jugendgruppe gründete, sich für diese Jungen und Mädchen einsetzte und so manchen Vätern und Müttern, den Spiegel ihres eigenen Versagen quasi ungeschönt vor das Gesicht hielt. Floh hatte begriffen dass man sich regen muss um anderen ihre Defizite aufzuzeigen, dies aber ohne Vorwürfe tat, sondern immer mit der Absicht verbunden, versuchte diesen Eltern, diesen Vätern und Müttern zu zeigen dass man sein Kind lieben kann, auch wenn es nicht der Gesellschaftlichen Norm entsprach und eben trotz allem immer noch ihre Kinder waren. Dieser Junge hatte mich damals tief beeindruckt und ich musste zugeben , auch ich war einer dieser Menschen der sich zu oft davon leiten lies wie andere über eine wie auch immer begründete unangepasste Lebensweise die Nase rümpfte.
Wir alle tragen Charaktermasken und haben dabei verlernt, den Menschen zu erkennen, welcher aus Angst vor Spot und Hohn, oder des Verlassen werden, sich nicht getraut diese Charaktermaske abzulegen. Die Wahrheit ist Konkret, sagen Hegel, Lenin oder Augustinus. Aber was ist denn nun Wahrheit? 
Das Lateinische Wort „Concretus“ übersetzt man als „zusammengewachsen“, wo aber liegt die Wahrheit ? Sie ist Ausdruck und Ergebnis unseres Handelns, so Sokrates, sie ist das Handeln selbst so Kant . Sie ist das Handeln unter einer Charaktermaske, nicht wirklich Vorsatz-los.
Ich möchte nochmals auf C. eingehen, der wie ich bereits ausführte durch seinen Vater nur Herabsetzung und Erniedrigung erfuhr, der selbst immer auf der Suche nach Zuneigung und Aufmerksamkeit wie auch Liebe war, diese aber bei seinem Vater nie finden konnte. C. war auch durch die völlige Passivität der Mutter ein Kind dass in seiner frühen Jugend schon mehr Seelenqualen mit sich trug als manch Gleichaltriger und er war stetig auf der Suche nach sich selbst.
Ein Kind-Jugendlicher, der gar in Gesprächen seines Vaters mit dritten erfahren musste was sein Vater und wie sein Vater über ihn dachte, was er von seinem Sohn hielt und wie Enttäuscht doch dieser über die Homosexualität seines Sohnes war, ihm gar ein Internat für solche Menschen suchen wollte und seinem Kind in einer heftigen Auseinandersetzung sogar Wort-Wörtlich sagte, er hoffe dass sein Kind einmal einem Perversen Menschen oder gar einem Aidskranken in die Hände fiele, bei seinen ständigen suchen nach Gleichgesinnten. Der seinen damals 17 Jährigen Sohn gar von der Hochzeit mit seiner zweiten Frau ausgeladen hatte, weil C. gerade einmal nicht Zeit hatte sich den ständigen Demütigungen seines Vaters auszusetzen und er sage dass er gerade keine Zeit auf ein Telefonat hat, weil er sich für einen Arztbesuch richten musste und sein Vater dies als Respektlosigkeit ihm gegenüber auslegte.
Die Mutter gekränkt von ihrem Sohn, weil er den neuen Lebenspartner von Ihr nicht akzeptierte bzw. noch nicht dazu in der Lage war, abwendete und in Ihrem Sohn die Schuld für ihre Situation zu erkennen glaubte. Ja die Schuld für ihr eigenes Scheitern, fanden beide Elternteile hauptsächlich bei ihren Kindern, der Vater äußerte sich mir gegenüber folgendermaßen, am Scheitern meiner Ehe war ich und meine Frau schuld aber auch die beiden Kinder, denn diese nahmen ihm die Freiheit und haben ihn schwer belastet. Was bitte soll ein Kind denken, Fühlen, wenn es solche Worte aus dem Munde seines Vaters hört? Wie soll ein Kind darauf reagieren, wenn es erfährt dass es doch eigentlich Unerwünscht ist und war?. C. wurde durch seine Kindheit und auch frühe Jugend in seiner eigenen Entwicklung schwer geschädigt, denn er war nicht auf dem Entwicklungsstand eines Gleichaltrigen, sondern hinkte 3-4 Jahre diesem Entwicklungsstand hinter her und beide Elternteile schienen dies nie bemerkt zu haben.
Was aber ist denn nun der Grund für das Verhalten der Eltern? Warum können Sie ihren Sohn nicht annehmen wie er ist und warum sind diese scheinbar nicht in der Lage dem Kind, ihre Aufmerksamkeit, ihre Zuneigung zu geben? Ich will jetzt niemanden Anklagen oder diese mit Vorwürfen überhäufen, denn zum einen steht mir dies nicht zu und zum anderen würde es auch meinem Naturell im Menschen das gute sehen zu können, das jeder Mensch in sich trägt widersprechen.
Die Mutter wie auch der Vater sind Offenbar an sich selbst gescheitert und haben damit das Kind in seiner Entwicklung behindert. Es gibt viele mögliche Antworten, die ich nicht geben kann, sondern die diese Eltern selbst suchen und erkennen müssen. C. war und ist ein Kind-Jugendlicher, der noch immer die volle Aufmerksamkeit , die uneingeschränkte Zuneigung , den Respekt und vor allem aber Liebe benötigt, um sich aus seiner Situation, seinem Schmerz und seiner Einsamkeit befreien zu können. Das kann aber letztendlich nur gelingen, wenn auch der Vater und die Mutter endlich begreifen, was sich in der Seele ihres Kindes abspielt und es wagen sich darauf einzulassen. Die Mutter vielleicht zu früh mit der Last der Verantwortung für ein Kind belastet, der Vater der seine Lebensplanung auf Erfolg und Finanzielle Sicherheit, weniger auf Familie und der Fähigkeit zu positiven Emotionen gegenüber seinem Kind ausgelegt hat, brauchen wohl selbst eine professionelle Hilfe, um das erlebte mit ihrem Kind und sich selbst verarbeiten zu können.
Ich werde später noch einmal auf C. und sein Drama eingehen und versuchen Ihnen zu vermitteln, was dieses Kind bereits in seiner Kindheit und frühen Jugend ertragen musste.
Infos über diese Beklemmende Buchreihe, auch auf den Facebook Seiten undTwitter

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