Mittwoch, 27. Februar 2013


Jugend Delinquenz die Kindheit ist Prägend.



Ursachen für die Entstehung von Jugendgewalt
Großen Einfluss auf das Entstehen von Jugendgewalt hat das Elternhaus, in dem Kinder Liebe und Zuneigung, aber auch psychischen und körperlichen Missbrauch erfahren können. Körperliche Bestrafung ist für Kinder und Jugendliche deshalb problematisch, weil Kinder und auch viele Jugendliche noch nicht verstehen, warum man ihnen Schmerzen zufügt, denn sie sind kognitiv oft noch gar nicht in der Lage, einen Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und dem Schmerz der Schläge nachzuvollziehen. Schläge schädigen vor allem das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen, denn sie fühlen sich nicht geliebt und verlieren das Gefühl der Geborgenheit. Kinder und vor allem Jugendliche lernen durch diese Erfahrungen, dass Schläge ein probates Mittel zur Durchsetzung eigener Vorstellungen sind und geben dieses Muster als Erwachsene an ihre Kinder oder an andere weiter. Jede körperliche Gewalt – auch die kleinste – ist für Kinder mit einer Enttäuschung verbunden, denn diese beziehen das erst einmal auf sich als ganze Person und fühlen sich als Versager. Eine Ohrfeige vor allem in der Öffentlichkeit stellt für Kinder auch eine große Demütigung dar,
doch auch verbale Gewalt fühlt sich für Kinder oft wie ein Schlag an. Besonders schwierig für Jugendliche ist die Zeit des Überganges zwischen Kindes- und Jugendalter auch deshalb, weil sie sich zwischen Kindheit und Erwachsensein bewegen, sie wünschen sich jedoch bereits Erwachsenenstatus, der oft mit falschen Mitteln erreicht werden soll.
Der immer größere Wunsch nach Individualismus in der Gesellschaft hat große Auswirkungen auf die Institution Ehe und Familie. Durch diese Entwicklung erleben immer mehr Kinder familiäre Desintegration, dies führt zu Unsicherheiten und Belastungen innerhalb der Familie.
Die zunehmende Verschlechterung des Familienklimas kann eine mögliche Erklärung für jugendliche Gewalt sein. Besonders ungelöste Streitigkeiten der Eltern, die zu keiner Klärung der Probleme führen, können einen Einfluss auf Kinder und Jugendliche haben. Weiters sind auch die Uneinigkeit der Eltern im Erziehungsstil, ein inkonsistentes Disziplinierungsverhalten der Eltern, geringe emotionale Nähe und Unterstützung der Kinder negative Zeichen für diese Entwicklung (vgl. Uslucan, Fuhrer, Rademacher 2003, S. 282).
Nicht nur Individualismus kann für die Entstehung von Gewalt eine Rolle spielen. Jugendliche, die in ihrer Kindheit oft physischer Gewalt ausgesetzt waren, tendierten viel öfter ebenfalls zu Gewalt, um ihre Ziele zu erreichen (vgl. Uslucan, Fuhrer, Rademacher 2003 S. 282). Kinder, die dieser Form von Gewalt ausgesetzt sind, werden oft mit Liebesentzug bestraft, was zu einem gehemmten Verhältnis zu Gleichaltrigen führen kann (vgl. Engfer 2002 S. 802). Wenn diese psychische Gewalt dauerhaft ist, wirken die Kinder im Kindesalter „ungehorsam, hyperaktiv, aggressiv und quengelig ( Engfer 2002, S. 803)“. Später können sich daraus nervöse Ticks entwickeln und die Jugendlichen können auch selbst zerstörerisches Verhalten zeigen (vgl. Engfer 2002, S. 803).
Auch das Erleben körperlicher Gewalt und der Wunsch der Bewältigung der Probleme im Elternhaus führen die Jugendlichen aber auch oft zu gewaltbereiten Gruppen (vgl. Uslucan, Fuhrer, Rademacher 2003, S. 282). Körperliche Bestrafungen nahmen aber im Laufe der Zeit ab.
Es zeigte sich, dass Eltern, die selbst gewaltfrei heranwuchsen, auch ihre eigenen Kinder nicht mit Gewalt erzogen (vgl. Engfer 2002, S. 804). Die Missbilligung von körperlicher Gewalt in der Öffentlichkeit zeigt, dass diese Form von Gewalt in Familien nicht mehr anerkannt ist. Jedoch ist erstaunlich, dass Kinder genau aus diesem Phänomen heraus die eigene erfahrene körperliche Gewalt verharmlosen. Partnerschaftskonflikte, die oft auf die Kinder übergreifen oder die schwierige Situation alleinerziehender Mütter erhöhen ebenfalls die Gewaltbereitschaft (vgl. Engfer 2002, S. 805).
Weiters kann auch die Vernachlässigung bei Kindern und Jugendlichen zu großen Folgewirkungen führen. Unter Vernachlässigung wird keine ausreichende Ernährung, Pflege, Förderung, Gesundheitsversorgung, Schutz vor Gefahren verstanden. Sie lässt sich häufig in der Verbindung mit extremer Armut und sozialen Randgruppen feststellen.
Auch Kinder von psychisch Kranken und Drogenabhängigen zeigen starke Entwicklungsrückstände, was auf die physische und psychische Vernachlässigung zurückzuführen ist. Die Entwicklungsrückstände beinhalten Rückstände in der kognitiven und sozial- emotionalen Entwicklung und ein ungepflegtes Äußeres, weshalb diese Kinder auch oft von Mitschülern und Lehrern abgelehnt werden. Vor diesen Rückständen können die Kinder nur durch Herausnahme aus der Familie geschützt werden (vgl. Engfer 2002, S. 801f).
Gewalt in der Familie kann auch als letztes Mittel gegen die Aggressivität oder den Ungehorsam der Kinder dienen. Die Auffälligkeiten, die Kinder zeigen, lassen sich von psychischen Problemen der Eltern ableiten. Die Verhaltensauffälligkeit liegt bereits vor, ehe überhaupt geschlagen wird. Beispielsweise sind behinderte Kinder dreimal so häufig Gewalttätigkeiten ausgesetzt. Bislang ist noch nicht geklärt, welche Auffälligkeiten zu Misshandlungen führen. Jedoch können bereits Streitereien mit den Geschwistern die Gewalt der Eltern hervorrufen. Kinder aus solchen Familien weisen oft kognitive und sprachliche Rückstände auf. Sie haben geringe soziale Kompetenzen, wenig Ausdauer und sind nur gering belastbar. Weiters haben sie Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen. Es gibt auch Spätfolgen dieser Misshandlungen. Beispielsweise können bei Jugendlichen eine höhere Aggressionsbereitschaft, Alkohol- und Drogenmissbrauch, emotionale Probleme und Suizidneigungen auftreten (vgl. Engfer 2002, S. 806f).
Besonders das Kinder- und Jugendalter gibt Aufschluss über die zukünftige Entwicklung bezüglich der Straffälligkeit.
So geschieht es sehr selten, dass die Delinquenz erst im Erwachsenenalter beginnt, jedoch jugendliche Straftäter/innen realistische Chancen besitzen, nicht mehr straffällig zu werden.
Bei Untersuchungen, welche auf Zusammenhang von Art und Häufigkeit der Straftaten und dem Alter der Täter/innen abzielten, wurde ersichtlich, dass die Delinquenz in der Gruppe der 16- bis 20-Jährigen am höchsten ist, diese jedoch später relativ stark und beständig
abnimmt (vgl. Montada 2002, S. 862).
Jugend Delinquenz ist meist Hausgemacht und folge der erlebten Kindheit und Jugend im sozialen Umfeld des Elternhauses, hier gilt es Präventiv zu wirken um Jugend Delinquenz wirksam zu begegnen
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