Dienstag, 26. Februar 2013




Nicht nur, aber besonders unter den Jugendlichen. Während Psychologen, Sozialarbeiter und Pädagogen das Phänomen zu erklären versuchen, herrscht eine gewisse Ratlosigkeit, was dagegen zu tun wäre. Die bisweilen von Politikern gemachte Aussage sind jedoch genauso unsicher und vage. Es gibt seit Jahren Überlegungen bei den Politikern, wie man der Kriminalität und Aggressivität von Jugendlichen entgegenwirken kann und welche Folgen oder Strafen es auf Taten geben sollte.
Auch auf Grund aktueller Ereignisse von Gewalttaten von Jugendlichen die durch die Medien gegangen sind, ist die Problematik wieder in die Diskussion gekommen. Laut der polizeilichen Kriminalstatistik greifen immer mehr Jugendliche zur Gewalt. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Gewaltkriminalität unter Jugendlichen im Jahr 2007 um 4,9 Prozent zu.
Konkret gilt es, eine dreistufige Strategie anzuwenden, bestehend aus den Elementen Prävention, Intervention und Sanktion.
Das alles aber kann nur gelingen wenn in den Familien im Sozialen Umfeld damit begonnen wird, den Kindern und Jugendlichen eine fundierte Geborgenheit, Sicherheit und auch Verständnis zu ermöglichen. Nur wenn das Soziale Umfeld, die Soziale Kompetenz gestärkt und gefördert wird, kann man dem Problem Jugendkriminalität wirklich effektiv begegnen.
Ich sprach es bereits in den vorangegangenen Beiträgen an, wenn wir nicht wollen das unsere Kinder Gescheiterte Existenzen werden und ihre Selbstbestimmung sowie unsere Verantwortung achten, ist es möglich diesen auch eine gesicherte Zukunft zu ermöglichen.
Ansatzpunkte für eine primäre Prävention in der Kindheit liefern Untersuchungen, die zeigen, daß Armut kombiniert mit chaotischen Familienverhältnissen und problematischen familiären Interaktionsformen und Erziehungsstilen antisoziale Auffälligkeiten generieren oder stabilisieren.
Die kriminologische Forschung ist vielen Hypothesen nachgegangen. Trotz zahlreicher und vielfältiger Untersuchungen bleibt die Frage nach “den” Ursachen der Jugendkriminalität und ihrer spezifischen Entwicklung offen. Man geht heute davon aus, daß Jugendkriminalität nicht eine oder wenige isolierbare Ursachen hat, sondern daß hier viele Faktoren und Bedingungen eine Rolle spielen.
Zu den Faktoren, die häufig genannt werden, zählen u.a.:
zerrüttete Familienverhältnisse Anonymisierung infolge der Verstädterung Jugendarbeitslosigkeit und dadurch fehlende Perspektiven fehlende Erfolgserlebnisse in Ausbildung und Beruf Werteverfall der Gesellschaft falsche Vorbilder oder Medieneinflüsse Komsumverhalten aufgrund reißerischer Werbung breitere Gelegenheiten für kriminelle Aktivitäten (z.B. Computerkriminalität) allgemeine Gewaltorientierung in der Gesellschaft.
Ursachen sind im familiären Umfeld, aber auch in der Gesellschaft selbst zu suchen. Eine Gesellschaft, die Markenfetischismus predige und mit allen psychologischen Finessen Bedürfnisse bei Kindern und Jugendlichen wecke, brauche sich nicht über deren Ladendiebstähle zu wundern, Zudem gelte: Kinder, die selbst Opfer von Gewalt wurden, werden oft straffällig. Neue wissenschaftliche Untersuchungen belegen,
dass misshandelte Kinder doppelt so oft zur Gewalt greifen und dass Kinder aus sozial zerrütteten Familien weitaus häufiger straffällig werden, als jene aus gesicherten Verhältnissen.
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